Montag, 30. Januar 2012

... im Vorland

30. 1. - 6. 2. 2012
unter dem Nördlichen Tierkreis
und unter den Nördlichen Königskonjunktionen
der vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser
aus den Jahren 1603, 1802, 1980 und 1305
( Anklicken vergrößert)






Himmlische Wasserstände über der Murnauer Boje


Wechselgesang
 Saturn und Jupiter
Vater und Sohn
Aus dem Ewigen und über dem Zeitlichen
 entfernt sich langsam
aus dem hörbaren Spektrum
der Sohn unter den Leugnern
der Vater unter uns
die wir den Tag schön lügen
täglich
gerettet
wenn der Gott uns findet
im Sandkorn

Mundanomaniac hört seinem Esel zu:

Merkur
Schreiber der Urteile
in der Vogelfreiheit  Wassermann
rasch aufschließend in dieser Woche
zu Sonne
zum Fest der herzlichen Ideen
in der Dunkelheit des  Menschenherzens
scintillae
Dei


Venus
Valenz
schöne Buhle
Herrin der Wurzeln
Herrin der
Gräser
Herrin der Herden
Sammlerin der Milch und der
Komödien
in Fische
in der Wochenstube des unbekannten Verknüpfers
im Gespräch mit Schwester
Jungfrau und ihrem Gast
Mars
stecken geblieben im Stau
in den Nöten
der Reflexion
dabei Uranus
Menschenfrühling
im göttlichen Rucksack


Vielleicht erholen sich die Seelen der Ahnen jetzt
vom herbst-winterlichen Vorbeimarsch sehender Götter und geblendeter Menschen an
Pluto
der
nun nicht angefunkt
noch und wieder ungemischt
unterwegs das Seine einzieht
von der 10 nimmt er 3
für die Ewigkeit
und lässt 7  für die Zeit
vielleicht

Neptun aber verlässt
in Zorn und Milde
am Samstag
die Idee des Menschen
im Universum geflügelter Geister
und kehrt heim
in die Betten der Geduld in
philosophischer Tiefe
im Herzen eines jeden
Kindes
 ... und erreicht dort wieder den anschwellenden
Transit auf den grünen  Tsunami Mars
der alten Königskonjunktion
im Wasserelement
von 1305
der immer  schwanger ist vom drängenden Zorn
verdrängter wilder Wahrheit


und allnächtlich wieder …
das Licht der Schnecke Mondin
  silberne Schleimspur  über den Schößen
der Warmblütigen …
über der Welt der Weiden und
Wege und an Samstag und Sonntag
 silbern schillernd
über den Ufern der Bäche
und Quellen und gespiegelten Sümpfe im
 Vorland der Heimberge

Gespeichert 30.1.2012, UTC 14:26, gepostet: UTC 16:07

Samstag, 28. Januar 2012

Neubearbeitung: 30.Januar 1933


30.1.1933 Stand: UTC 10:30





Ein unendlich folgenreiches, gewichtiges Datum. Ein Tag der Verbindung von Rausch (Uranus), Menschenherde (Venus) und Opferfanatismus (Pluto). Ein Tag des illegitimen Staates, wenn man sich so etwas vorstellen kann (= Saturn im Wassermann), und die NSDAP mit ihren SA-Leuten als Hilfspolizisten hat selbst dieses Paradox auf die Bühne der Geschichte zu bringen gewusst.
Dennoch keine Weltresonanzen, weder im Feuer-, noch Erde- noch Luftelement und auch nicht im Wasserelement. Der Tag erscheint vielmehr ausgesucht bedeutungslos im Sinne der Außenweltgestaltung gemäß der virtuellen Planeten und Lichter der Königskonjunktionen für die  Äonen ihrer Gültigkeit.
Allein, im Sinne der Innenweltgestaltung ist doch eine mächtige Resonanz unterwegs. Wasserresonanz, Gefühlsresonanz: Saturn und Sonne des Tages wandern durch Wasser-Resonanzen, Resonanzen von Königsplaneten der Königskonjunktion im Wasserelement, die schon ewig weit zurückliegt, 1305, die aber immer noch gültig ist. Grüne = Wasser = Gefühls - Resonanz von Uranus „dem Schöpfer“ und von Neptun „das Kind“ (=Auflösung und Neubesinnung) auf Sonne und Saturn. Diese Resonanzen werden normalerweise unbewusst empfangen und erlebt als Ergriffensein. Bewusst könnte sie ein analytischer Psychologe machen, indem er mit seinem Patienten dessen Träume deutet, also indem er das, was als Motiv oder Motive der konstellierten Dominante(n) aus den kollektiven Archiven des Unbewussten ans Bewusstsein drängt, dem Begreifen zugänglich macht, vor allem durch Vergleich mit analogen Motiven bei allen möglichen fremden Kulturen zu allen möglichen Zeiten.

25.12.1205, Königskonjunktion Wasserelement



 
Die andere Möglichkeit, die Resonanz der konstellierten Dominanten auf den Schirm des Bewusstseins  aufzufangen, bietet, wie sich hier zeigen lässt, die Astrologie. Auflösung und Neuanfang, Hingabe (Neptun) und Ursprung (Uranus) durch das Opfer (Skorpion). Diese Botschaft, davon muss man ausgehen, hat die Seele zumindest der Deutschen am 30.Januar 1933 erreicht. Und wenn es so ist, dann ist auch das Befreiende, das der (bewusste und auch unbewusste) Entschluss zum Opfer im Entschlossenen freisetzen soll – die letzten Zeugnisse in dieser Richtung liefern die aktuellen Selbstmordattentäter – dann ist auch der Rausch der Erleichterung in den deutschen Gauen, das „sich Hitler in den Arm Werfen“ erklärbar, dann ist überhaupt erklärbar dass für den ganzen Planeten, für die ganze Menschenart dieser Skorpion – Verzicht - Schlüssel der Schlüssel zur epidemisch infektiösen, wie auch zur authentischen Religion ist. Verzicht, Opfer, Wieder -Verbindung mit den Gestorbenen und den noch Ungeborenen. Wohlgemerkt: „Wiederverbindung“, denn diese Verbindung hat einmal bestanden und sie ist in der Antike besonders aufschlussreich für das religiöse Rückgrat des urrömischen Lebensgefühls. Es ist bezeugt in seiner ursprünglich tiefen Ahnenverbindung, die nicht staatlich begangen wurde, sondern im privaten Raum der Familie ihren Ort hatte.
Das Wasserelement bedeutet zudem auf Erden immer den unteren Weg, den inneren Weg, das innere Strömen, das man Seele nennt.
Das heißt, der dreißigste Januar 1933 war für unsere (zumindest unbewusst) tiefreligiöse Seele - unsere anima religiosa - ein weltbewegender Tag. Ein Tag neuer Ahnungen, eines psychischen Einbruchs in die Alltagsseele, eines Neuer-Königs- (= Sonne/Neptun) und Neuer -Vater -Erlebnisses (=Saturn/Uranus), einer Ergriffenheit von der Treue zu den Kommenden und den Gewesenen.
Dir religio die aus diesem „Gotteserlebnis“ hervorgegangen ist, hat sich dann in der „Treue zum Führer“ gezeigt, die auch noch, weniger ist dem Skorpion in uns als lau verächtlich, bis fünf Minuten nach zwölf angehalten hat.
Alle diese Wege sind uns Nachgeborenen darum aufgegeben, mit Ruhe und Fleiß ihnen nachzugehen, generationenlang, weil die Menschenfrucht der Saat gedenken soll. Und was Opfer und Verbindung mit den Jenseitigen betrifft, so war und ist ihr Erleben als Massenschicksal eine Frucht des Umstandes, dass der Einzelne keine Lebensform mehr hatte und immer noch nicht hat, wie die frühen Römer, wo die Ahnenverehrung aus dem Gelebten eines jedem, dem privaten Raum der Familie hervor wuchs. Die Asiatischen Kulturen pflegen diese Seite der Religion z. T. bis heute.
Nur als individuierte, von Innen geleitete Menschenwesen hatte man 1933 die (zunächst einmal) psychische Möglichkeit, fern von den Truppen der Außengeleiteten, die einem neuen äußeren Königs- und Vaterdarsteller zur Volks - Opferstatt (= Pluto im Krebs)nachliefen, den Verhängnissen des Massenschicksals zu entgehen. Dem Psychologen ist aufgefallen (Jung/Pauli-Briefwechsel), dass unbewusst konstellierte Archetypen „multiple synchronistische Erscheinungen“ (massenhafte Ergriffenheit) hervorrufen, die erst aufhören, wenn der Archetypus bewusst wird.
Wer sich die persönliche Selbstbesinnung nicht abkaufen läßt, der hat Gelegenheit, stattdessen bewußt das Menschenwesen zu erforschen, den König, den Vater, den Opferer in einem selber zu beobachten, und, wie es scheint, durch die Beobachtung zu verändern und darüber wiederum selber verändert zu werden.
Dazu hat man, was König und Opferer betrifft, immerhin viermal im Jahr Gelegenheit, denn die Sonne wandert noch immer jedes Jahr um den 30. Januar, den 30. April, den 2. August und den 2. November durch die Resonanz des grünen Neptuns.
Der Ursprung einer erneuerten Vaterimago im Zeichen Saturns, bei dessen Wanderung über die Resonanzgrade des Wasser-Uranus, bietet sich immerhin alle sieben, acht Jahre zur Beobachtung an.
Also noch Frage, warum Archetypen beobachten?
Dem Eingebettetsein in Prozesse beizuwohnen, die größer sind als wir und die uns als Gegenwärtige übergreifen, war das Glückserlebnis der '"deutschen Seele" 1933. Sie war in ein Erlebniss des Fließens im Fluss des gesamten Volkes geraten, durch die Urstromtäler der Vorfahren in Stadt und Land.
Um nichts weniger aber geht es allezeit, wenn die Seele das Glück sucht, das ja in dieser Selbstverständlichkeit des Treibens im Flußbett des Gegebenen besteht, die sich 1933 für eine Mehrheit eingestellt hatte.
Als Massendroge - weil ein individueller Einstieg nicht zu finden war - ergriff Volksopferbereitschaft ab dem 30.1.1933 das Publikum.
Das Individuum jedoch kann das wirkliche legitime Glück finden indem es einem Gefühl Raum gibt für das Leid der Unglücklichen, was einhergeht damit, dass es sich dem Herdentrieb entzieht und seine Zeit der Pflege und Kultivierung eigener Revolution (Uranus) widmet, Revolution führt in die Nähe von Religion.
Und die entsteht immer und nur aus dem eigenen überraschten Berührtsein durch ein Gotteswunder heraus. So jedenfalls kenne ich Religion. Dank ihr konnte auch ich als Jahrgang 1942, gesäugt während in Auschwitz die Schornsteine glühten, neben den Todeshalden der kollektiven Verdrängung, zu dem lebbaren Glück finden, langsam mit den geliebten Zeitlichen das Schiff für die ausserzeitlichen Zeiten entstehen zu lassen.
Gespeichert UTC 0:49, gepostet:1:32.
Update 4.4.2009, UTC 18:39.
Eingestellt von mundanomaniac um 01:49

 
3 Kommentare:
1.   
SatiJan 26, 2012 08:47 AM
Fast 70 Jahre später, in einer Zeit, in der die Massen erneut oder immer noch paralysiert scheinen, freue ich mich königlich, Dich vom Leben und den Göttern gut gesäugt hier anzutreffen. Eine sich auf Deinem Netz-Schiff herumtreibende Schwester ..

Am 30.01.2012 = exakt 70 Jahre nach der Nazi-Machtergreifung steht die Unterzeichnung des ESF an ... eine "stille Machtergreifung", die die meisten nicht einmal am Rande notieren.
http://nuoviso.tv/aktuelles/516-des-wahnsinns-fetteste-beute
Ab 2:50 Minuten Auszüge zum Machtübernahme-Vertragswerk.
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2.   
SatiJan 26, 2012 12:09 PM
Schwerer Fehler -
fast 70 Jahre nach Deinem erfolgreichen Eintritt ins Leben sind gemeint ...
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3.   
mundanomaniacJan 26, 2012 03:48 PM
hab schon gerechnet ...also 79 Jahre nach '33. Und Recht hast Du, fast 70 Jahre nach meinem Eintritt ...

Was die "fetteste Beute" betrifft, Sati Du kennst ja meinen Link -Garten, in meiner Wahrnehmung wird seit 2008 alles versucht, dass das Gesamt-Gebäude nicht zusammen kracht. Politik ist Finanz und Finanz ist Politik und die sind global und den Taktstock beim Goldmachen hat Goldmann...
Und dass Merkel die Krise nutzt um Europa, zusammen mit Kollegen, fiskalisch aufzuräumen, ist schrecklich,aber auch tröstlich, (tut sie es doch aus einem überwiegend ernsthaften und freundlichen Land heraus) denn die Regenbogenbrücke der billigen Eurokredite ist ja unwiederbringlich eingestürzt.

Aus meiner Fernsicht haben alle Kommentatoren
unrecht, denn keiner hat vorher gewusst, was jetzt alle wissen, vor allem aber: sie schalten die Götter aus. Ich schalte sie ein. Anderes Programm. Mich langweilt das ganze öko- rationale Raisonieren letztlich, weil ich frische Luft brauche und diesen Expertiment
kann ich nur dosiert und mit offenem Fenster ertragen.

Ich empfehle Dir meine neue Fassung der "Deutschen Revolution", die 2008er war doch, das sehe ich jetzt deutlich, noch nicht mehr als ein Entwurf. Bin gespannt, was Du sagst.

Lieben Gruß zur Nacht,

Mundanomaniac der Fleißige (grad mal)

Freitag, 27. Januar 2012

Mars, Venus - ein Ungeheuer … und eine Medizin


Neubearbeitung:  Vor 75 Jahren "Deutsche Revolution", Teil 2.

Königskonjunktion im Erdelement von 1802
21. Septar vom 17.7.1822, gültig für 1942 - 1949



Bis 1942 waren die Mächte der nationalen Abschließung in der strategischen militärischen Offensive. Nach 1942 nie mehr.
Die Stellung von Mars in der Waage ist ein Hinweis, dass ab Sommer 1942 – 1949 das offensive Potential der Welt (Nordhalbugel) in den Dienst des Offenseins und der Begegnungsbereitschaft getreten ist.
Dieses Offensein und diese Bereitschaft zur Begegnung mit dem ergänzenden Anderen sind nun paradoxerweise das unbewusste Naturell des deutschen Erlösers von 1933.


20.4.1889, Braunau, 18:30 LMT, der Undenkbare:


Aber da liegt schon gleich der ganze Hund begraben: Der Aszendent ist immer unbewusst ist Impuls, Trieb, Instinkt, kurz Habitus, der vom Bewusstsein nicht bemerkt wird.
Ein Aszendent Waage, so entwaffnend er auch persönlich begegnen mag, er hat immer ein Widder - aggressives Vorstellungsleben, er „sucht“ die Generäle.




Menschenquaternio im Stil C.G.JUNGs , in Entsprechung zur Ordnung der Zeichen des Tierkreises und der Häuser des Horoskops.

In Waage ASC haben wir die bewusstseinsferne, die unbewusste Waage, und die Venus ist dann die dem Bewusstsein fehlende Waage-Venus, sie ist dann die gierige,  bauwütige Stiervenus mit dem Instinkt des Ästheten und dem Bewusstsein des hungrigen Treibers Mars im manischen Hunger nach Beute – ein Treiber, dem das Ebenmaß der Waage- Venus fehlt - die er zerhaut bei der Zerstörung von Städten auf seinen neo-nomadischen Wegen … die groteskerweise hochindustriell organisiert sind, denn Hitlers nomadischer Mars und seine industrie-reiche, panzerreiche Venus sind im selben 17. Grad Stier vereint: eine hochgefährliche Verbindung. Ernst Jünger nannte ihn in seinen Aufzeichnungen treffend den „Pulverkopf“.


In dem zwei Jahre jüngeren Schriftsteller und Aquarellisten Henry Miller 26.12.1891, Yorkville, NY haben wir exemplarisch die bewusste Waage,  auf hoher Warte im 10. Haus.





Seine unbewusste frühlingsfrische Aggression im Stil des Aszendenten geht aus und mündet dort wo Mars steht: Begegnung (7. Haus) und Eindringen in das was da ist: der Schoß der Mondin - in der Vorstellung.
Nur vom Aszendenten Widder kommt die Medizin: Waagebewusstsein, Venusweg.
 Henry Millers Venus väterlich gnostisch im zehnten Haus („Am Anfang war das Wort…") mit großer Auslieferung: symbolische Resonanzmedizin im siebten Haus des Widders: körperliche Freiheiten, juckende Schleimhäute, introvertierter Mars und Anima Luna, all die ungelebte wilde Liebe auf dem Planeten.

Henry Miller, Dezember 1934 im Brief an Anaïs Nin:

Heute Abend lief ich dem Mann in die Arme, der zu Halasz [Brassai] gesagt hatte, mein Buch (Wendekreis des Krebs) sei <Pornographie>- erinnern Sie sich? Jetzt war er der entgegengesetzten Ansicht und meinte, ich sei bis zum innersten Kern der Wahrheit vorgestoßen; sagte, er empfehle das Buch seinen Freunden in England und war der Meinung, es müsse sich dort gut verkaufen lassen. Sie können sich vorstellen, dass ich nicht wenig erfreut war. Nicht zuletzt, weil ich einmal mehr sehe, dass es Menschen gibt, die sich ohne Druck von außen zum richtigen Denken bekennen. Ich habe keinen Kampf auszufechten. (Miller, Briefe an Anais Nin, 1981, S. 186. 4.12.1934).
Und in der Zeit, wo der Waage-Aszendent mit der Staatspeitsche von Blut und Boden phantasiert, schreibt Widder-Aszendent und Gegenmedizin Henry Miller 1934 über die Herrenrasse:
Meine Leute waren alle nordischer Abkunft, mit anderen Worten: Idioten. Allen Blödsinn, der je verkündet wurde, machten sie sich zu Eigen. Darunter die Lehre von der Sauberkeit, von der Rechtschaffenheit ganz zu schweigen. Sie waren peinlich sauber. Aber innen stanken sie. Kein einziges Mal fiel es ihnen ein, blindlings einen Sprung ins Dunkle zu tun. Nach Tisch wurden die Teller prompt abgespült, und in den Geschirrschrank gestellt; war die Zeitung gelesen, wurde sie sauber gefaltet und auf ein Regal gelegt; war die Wäsche gewaschen, wurde sie gebügelt, gefaltet und in die Schubladen verstaut. Immer dachte man an morgen, aber das Morgen kam nie. Die Gegenwart war nur eine Brücke, und auf dieser Brücke stöhnen sie noch, so wie die ganze Welt stöhnt, und keiner dieser Dummköpfe kommt darauf, die Brücke in die Luft zu sprengen…
Ich bin ganz aus dem Stoff der stolzen ruhmredigen nordischen Rasse, die nie den geringsten Abenteurergeist besessen, aber dennoch die ganze Erde durchwühlt, sie auf den Kopf gestellt und überall ihre Spuren und Ruinen hinterlassen hat. Ruhelose Geister, aber keine Abenteurer. Gequälte Geister, unfähig, in der Gegenwart zu leben. Elende Feiglinge alle, mich nicht ausgenommen. Denn es gibt nur ein großes Abenteuer, das innere Abenteuer der Suche nach unserem Selbst, und dabei spielen weder Zeit noch Raum, ja nicht einmal Taten eine Rolle.
Alle paar Jahre war ich dieser Entdeckung ganz nahe, aber – und das war für mich bezeichnend – es gelang mir immer, der Entscheidung auszuweichen. Wenn ich nach einer guten Entschuldigung suche, fällt mir nur meine Umgebung ein, die Straßen, die ich kannte, und die Menschen, die in ihnen wohnten. Ich wüsste in Amerika weder eine Straße noch in ihr wohnende Menschen, die einen zu dieser Entdeckung des Selbst hinführen könnten. Ich bin über die Straßen vieler Länder gewandert, aber nirgendwo habe ich mich so gedemütigt und erniedrigt gefühlt wie in Amerika. Ich denke an all die Straßen Amerikas, die zusammen eine riesige Senkgrube bilden, eine Senkgrube des Geistes, von der alles verschlungen und weg geschwemmt wird zur ewigen Scheiße. Über dieser Senkgrube schwingt der Geist der Arbeit seinen Zauberstab: Paläste und Fabriken schießen nebeneinander in die Höhe und Munitionsfabriken und chemische Werke und Stahlwerke und Sanatorien und Gefängnisse und Irrenhäuser. Der ganze Kontinent ist ein einziger Albtraum, der das größte Elend für die größte Zahl produziert. Ich war auch eine Zahl, eine Nummer mitten im größten Rummel von Reichtum und Glück (statistischem Reichtum, statistischem Glück), doch nie begegnete ich einem Menschen, der wirklich reich oder wirklich glücklich gewesen wäre.“ (Wendekreis des Steinbocks, 1964, S. 11f.)
Jeder, der durch zu große Liebe, die doch widernatürlich ist, an seinem Unglück stirbt, wird wieder geboren, um weder Liebe zu kennen noch Hass, sondern um zu genießen. Und diese Lebensfreude ist, da sie auf unnatürliche Art erworben wurde, ein Gift, das schließlich die ganze Welt verdirbt. Alles, was jenseits der normalen Grenzen menschlichen Leidens geschaffen wird, wirkt als Bumerang und bringt Zerstörung mit sich. Nachts spiegeln die Straßen von New York die Kreuzigung und den Tod Christi wieder. Wenn Schnee liegt und äußerste Stille herrscht, dringt aus den scheußlichen Bauten New Yorks eine Musik von so dumpfer Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, dass man eine Gänsehaut kriegen kann. Kein Stein wurde mit Liebe oder Achtung auf den anderen gelegt; keine dieser Straßen für Tanz oder Freude gebaut. Eines wurde ans andere gefügt in einem wilden Drang, sich den Bauch voll zuschlagen, und die Straßen riechen nach leeren Bäuchen und halb vollen Bäuchen. Die Straßen riechen nach einem Hunger, der nichts mit Liebe zu tun hat; sie riechen nach einem Bauch, der unersättlich ist, und nach den Schöpfungen des leeren Bauches, die null und nichtig sind. (S. 63f.)

Henry Miller zieht, wie jeder individuierte Träumer - auch in Amerika - für eine entscheidende Zeit seiner Heimat die Fremde vor, um sich seiner eignen Menschenkontur versichern zu lernen. Mir ist er mit seinem den - Uranus –in- sich – schöpfen lassen, und zugleich ihn, „den Fremden“, in der Welt aufsuchen, wo ihm fremde Landschaften zu Seelenlandschaften werden - Henry Miller im Paris der dreißiger Jahre, Henry Miller 1939 in Griechenland … mir ist er einer meiner Troststerne, ein wirklicher Vater der der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts voran ging:

Der Tag begann in tiefstem Frieden. Es war mein erster wirklicher Blick auf den Peloponnes. Es war aber nicht ein Blick, sondern eine Aussicht auf eine stille Welt, eine Welt, wie sie dem Menschen eines Tages beschieden wird, wenn er aufhört, Mord und Diebstahl zu frönen… die Landschaft weist nicht zurück, sie nistet sich ein in die offenen Kammern des Herzens, sie erfüllt sie, wächst, verdrängt alles andere. Man schreitet nicht länger durch etwas – nenne es Natur, wenn du willst -, sondern nimmt teil an einer Niederlage, an der Niederlage der Mächte wie Gier, Bosheit, Neid, Selbstsucht, Hass, Unduldsamkeit, Stolz, Anmaßung, Gerissenheit, Zweideutigkeit und so weiter.
Es ist früher Morgen, am ersten Tag des großen Friedens, des Friedens des Herzens, der durch Entsagung entsteht. Ehe ich nach Epidauros kam, wusste ich nicht, was Friede ist. Wie jeder Mensch hatte ich mein ganzes Leben lang dieses Wort gebraucht, ohne je zu erkennen, dass ich eine Fälschung beging. Friede ist ebenso wenig das Gegenteil von Krieg, wie Tod das Gegenteil von Leben ist. Die Armut der Sprache, das heißt die Armut der menschlichen Vorstellungskraft oder die Armut unseres Innenlebens hat eine Doppelsinnigkeit geschaffen, die absolut unwahr ist. Ich spreche natürlich von dem Frieden, der höher ist denn alle Vernunft. Es gibt keinen anderen. Der Friede, den die meisten von uns kennen, ist nichts als eine Einstellung der Feindseligkeiten, ein Waffenstillstand, ein Interregnum, eine Windstille, eine Atempause; all das ist negativ. Der Friede des Herzens ist positiv und unbesiegbar, er stellt keine Bedingungen, er benötigt keinen Schutz. Er ist. Wenn das ein Sieg ist, ist es ein eigenartiger Sieg, denn er beruht völlig auf einem freiwilligen Verzicht. Ich sehe nichts Geheimnisvolles in der Art der Kuren, die in diesem großen therapeutischen Zentrum der antiken Welt vollbracht wurden. Hier wurde der Arzt selbst geheilt, es war der erste und wichtigste Schritt in der Entwicklung der Kunst. die nicht medizinisch, sondern religiös ist. Und der Patient wurde geheilt, bevor er überhaupt eine Kur durchmachte. Große Ärzte haben stets die Natur als den besten Arzt bezeichnet. Das ist aber nur zum Teil wahr. Allein kann die Natur nichts tun. Die Natur vermag nur zu heilen, wenn der Mensch seinen Platz in der Welt erkennt, der nicht in der Natur ist wie beim Tier, sondern im Bereich des Menschen, dem Bindeglied zwischen der Natur und der Gottheit.
Den Untermenschen unseres glorreichen wissenschaftlichen Zeitalters wird die Verbindung des Rituellen und des Religiösen mit der Heilkunst, wie sie in Epidauros ausgeübt wurde, als reiner Humbug vorkommen. In unserer Zeit führt der Blinde den Blinden, und der Kranke geht zum Kranken, um sich heilen zu lassen. Wir machen ständig Fortschritte, doch sind es Fortschritte, die zum Operationstisch führen, zum Armenhaus, in die Irrenanstalt, in den Schützengraben. Wir haben keine Ärzte – wir haben nur Metzger, deren Wissen von Anatomie sie zu einem Diplom berechtigt, das sie wiederum dazu berechtigt, unsere Gebrechen herauszuschneiden oder abzuschneiden, so dass wir uns als eine Art Krüppel bewegen, bis wir für das Schlachthaus reif sind. Wir verkünden die Entdeckung dieser oder jener Kur, erwähnen aber nicht die neuen Krankheiten die wir dabei geschaffen haben. Die Ärzte arbeiten ähnlich wie die Kriegsministerien – ihre Siegesberichte sind Betäubungsmittel, um Tod und Katastrophen zu verschleiern. Mediziner sind hilflos wie Feldherren, sie führen von Anfang an einen hoffnungslosen Kampf.
Was der Mensch will, ist Frieden, um leben zu können. Unsern Nachbarn zu besiegen, verleiht ebenso wenig Frieden wie die Behandlung des Krebses Heilung bring. Der Mensch beginnt nicht zu leben, indem er über seinen Feind triumphiert, ebenso wenig erlangt er mit endlosen Kuren Gesundheit. Lebensfreude entsteht durch Frieden, der nicht statisch, sondern dynamisch ist. Kein Mensch kann, ehe er den Frieden erlebt hat, behaupten, er wisse wirklich, was Freude ist. Und ohne Freude gibt es kein Leben, selbst wenn man ein Dutzend Automobile, sechs Butler, ein Schloss, eine Privatkapelle und einen bombensicheren Unterstand besitzt. Wir kranken an unseren Bindungen, seien es Gewohnheiten, Ideologien, Ideale, Prinzipien, Besitztümer, Manien, Götter, Kulte, Religionen und so weiter. Hohe Löhne können ebenso schädlich sein wie niedere Löhne; Muße kann ebenso schlimm sein wie Arbeit. alles, woran wir uns klammern, selbst Hoffnung oder Glaube, kann die Krankheit sein, die uns zur Strecke bringt. Verzicht, Selbsthingabe ist etwas Absolutes: wenn man sich nur an den winzigen Krümel klammert, nährt man den Keim, der einen verschlingt. Und was das sich an Gott anklammern betrifft, so hat uns Gott schon lange verlassen, damit wir erkennen mögen, welche Freude es bedeutet, die Gottheit durch die eigenen Bemühungen zu erlangen. Was soll alles dies Winseln im Dunkeln, dieses ständige, klägliche Flehen um Frieden, das mit dem zunehmenden Jammer und Elend immer stärker wird? Friede – glauben die Menschen wirklich, dass Friede etwas sei, das man aufzustapeln vermag wie Mais und Weizen? Etwas, auf das man sich stürzt und das man verschlingen kann, wie Wölfe es tun, die sich um einen Kadaver balgen? Wenn Leute über den Frieden sprechen, erlebe ich häufig, dass sich ihre Gesichter vor Wut und Hass oder Verachtung und Geringschätzung oder Stolz und Arroganz verzerren. Andere Menschen wollen kämpfen, um den Frieden zu erringen – verblendete Geschöpfe. Es wird keinen Frieden geben, ehe nicht aus Herz und Gemüt jeder Gedanke an Mord ausgemerzt ist. Mord ist die Spitze der breiten Pyramide, deren Basis der Egoismus ist. Das was steht, muss fallen. Alles das, wofür der Mensch gekämpft hat, muss aufgegeben werden, ehe er beginnen kann, als wahrer Mensch zu leben. Bis jetzt ist er ein krankes Tier gewesen, und selbst seine Göttlichkeit stinkt. Er ist nicht der Herr vieler Welten, und in seiner eigenen ist er ein Sklave. Die Welt wird vom Herzen, nicht vom Hirn regiert. Es gibt keinen Bereich, dem unsere Eroberungen nicht den Tod bringen. Wir haben dem Reich der Freiheit den Rücken gekehrt. In Epidauros, in der Stille, in dem tiefen Frieden, der über mich kam, hörte ich das Herz der Welt schlagen. Ich weiß, wo das Heil liegt: entsagen muss man, verzichten muss man, sich aufopfern, auf dass unsere kleinen Herzen im Gleichklang mit dem großen Herzen der Welt schlagen…
Allenthalben führt der Psychoanalytiker einen hoffnungslosen Kampf. Für jeden Menschen, den er dem Leben geheilt wieder zuführt, „anpasst“, wie sie es nennen, gibt es ein Dutzend Ungeheilter. Es wird nie genügend Psychoanalytiker geben, Ganz gleich, wie rasch wir sie produzieren. Ein kurzer Krieg genügt, um das Werk von Jahrhunderten zu vernichten. Die Chirurgie wird natürlich weitere Fortschritte machen, aber es fällt schwer, zu erkennen, wozu das gut sein soll. Wir müssen unsere ganze Lebensart ändern. Wir brauchen keine besseren chirurgischen Instrumente, wir brauchen ein besseres Leben. Wenn alle Chirurgen, alle Psychoanalytiker, alle Ärzte von ihrer Tätigkeit weggeholt werden könnten und sich für eine Weile im Amphitheater in Epidauros versammelten, wenn sie in Ruhe und Frieden die dringenden Bedürfnisse der Menschheit eingehend erörtern könnten, würde die Antwort sehr rasch erfolgen, sie würde einstimmig lauten: REVOLUTION – eine Weltrevolution von oben bis unten, in allen Ländern, allen Klassen, in jeder Schicht des Bewusstseins. Der Kampf gilt nicht der Krankheit, Krankheit ist ein Nebenprodukt. Der Feind des Menschen sind nicht die Bazillen, sondern der Mensch selbst, seine Eitelkeit, seine Vorurteile, seine Dummheit, seine Arroganz. Keine Klasse ist immun, kein System bietet ein Allheilmittel. Jeder Einzelne müsste sich gegen eine Lebensart auflehnen, die nicht die seine ist. Diese Revolution müsste ununterbrochen und unnachgiebig geführt werden, um wirksam zu sein. Es genügt nicht, Regierungen, Herrscher, Tyrannen zu stürzen, man muß seine eigenen voreingenommenen Ideen von Recht und Unrecht, gut und böse, gerecht und ungerecht über Bord werfen. Wir müssen die hart umkämpften Schützengräben, in die wir uns eingegraben haben, verlassen und hinaus ins Freie stürmen, unsere Waffen übergeben, unsere Besitztümer, unsere Rechte als Individuen, als Klasse, als Nation, als Volk. Eine Milliarde Menschen, die Frieden anstreben, können nicht versklavt werden. Wir haben uns selbst versklavt durch unsere kleinliche, beschränkte Lebensanschauung. Es ist zwar rühmlich, sein Leben für ein Ideal hinzugeben, aber tote Menschen vermögen nichts zu vollbringen. Das Leben heischt, dass man ihm mehr darbietet – Geist, Seele, Intelligenz, guten Willen. Die Natur ist stets bereit, die durch Tod geschaffenen Lücken zu füllen, aber die Natur vermag nicht die Intelligenz, den Willen, die Phantasie zu liefern, um die Macht des Todes zu besiegen. Die Natur ersetzt und erneuert, das ist alles. Es ist die Aufgabe des Menschen, den Mordinstinkt auszurotten, der in seinen Verflechtungen und Äußerungen grenzenlos ist. Es ist nutzlos, Gott anzurufen, so wie es zwecklos ist, Gewalt mit Gewalt zu beantworten. Jede Schlacht ist ein in Blut und Qual ersonnener Bund, jeder Krieg ist eine Niederlage des menschlichen Geistes. Der Krieg ist nichts als eine große Manifestation im dramatischen Stil der betrügerischen lächerlichen Streitigkeiten, die sich täglich und überall abspielen, sogar in den so genannten Friedenszeiten. Jeder Mensch trägt sein Teilchen dazu bei, die Metzelei im Gange zu halten, selbst jene Menschen, die abseits zu stehen scheinen. Wir alle sind hinein verwickelt, wir alle nehmen daran teil, nolens volens. Die Erde ist unsere Schöpfung, und wir müssen die Früchte unserer Schöpfung hinnehmen. Solange wir uns weigern, in Ausdrücken wie Weltgüte und Weltgüter, Weltordnung und Weltfriede zu denken, werden wir einander verraten und morden. Das kann weitergehen bis zum jüngsten Gericht, wenn wir es so wollen. Nur unser eigener Wunsch kann uns eine neuere und bessere Welt bescheren. Der Mensch tötet aus Furcht, und die Furcht ist eine Hydra. Fangen wir erst an zu morden, gibt es kein ende, eine Ewigkeit würde nicht genügen, die Dämonen zu besiegen, die uns quälen. Wer war es, der die Dämonen einführte? das ist eine Frage, die sich jeder selbst stellen muss. Jeder von uns erforsche sein Gewissen. Weder Gott noch der Teufel sind dafür verantwortlich, und bestimmt nicht so kümmerliche Ungeheuer wie Hitler, Mussolini, Stalin und Kumpane, und auch bestimmt nicht solche Schreckgespenster wie Katholizismus, Kapitalismus, Kommunismus. Wer hat die Dämonen in unser Herz versenkt um uns zu quälen? Eine treffende Frage, und wenn der einzige Weg, die Antwort zu finden, der ist, nach Epidauros zu gehen, dann fordere ich euch alle, einen wie den anderen, dringend auf, alles hinzuwerfen und dorthin zu gehen – sofort! …
Das Bild Griechenlands, so verblasst es auch sein mag, besteht noch immer als Archetypus des vom menschlichen Geist bewirkten Wunders. Ein ganzes Volk stieg, wie es die Spuren seiner Leistungen bezeugen, zu einem Gipfelpunkt empor, der weder vorher noch seither je wieder erreicht wurde. Es war ein Wunder, es ist es noch immer. Die Aufgabe des Genies (und der Mensch ist nichts, wenn er kein Genie ist) besteht darin, das Wunder lebendig zu halten, stets in dem Wunder zu leben, das Wunder immer wunderbarer zu gestalten, nichts und niemandem Treue zu geloben, sondern nur wundervoll zu leben, wundervoll zu denken, wundervoll zu sterben. es macht wenig aus, wie viel der Vernichtung anheim fällt, wenn nur der Keim des Wunderbaren bewahrt und genährt wird. In Epidauros steht man den unfassbaren Zeugnissen des wunderbaren Aufschwungs menschlichen Geistes gegenüber und wird von ihnen durchdrungen. Man wird davon benetzt, wie von den Spritzern einer mächtigen Woge, die sich schließlich am fernen Ufer bricht. Heutzutage konzentriert sich unsere Aufmerksamkeit auf die unerschöpflichen Reichtümer des physischen Weltalls; wir müssen alle unsere Gedanken auf diese unerschütterliche Tatsache richten, denn nie zuvor hat der Mensch in einem solchen Maße wie heute geplündert und verwüstet. Deshalb neigen wir dazu, zu vergessen, dass es im Reiche des Geistes ebenfalls eine Unerschöpflichkeit gibt, dass in jenem Reich niemals ein Gewinnst verloren geht. In Epidauros wird diese Tatsache zur Gewissheit. Die Welt mag sich biegen und brechen vor Bosheit und Hass, doch hier, ganz gleich, was für einen Orkan wir mit unseren bösen Leidenschaften entfesseln, hier erstreckt sich ein Gebiet des Friedens und der Ruhe, die reine, geläuterte Erbschaft einer Vergangenheit, die nicht völlig verloren ist.
(Miller, Koloss von Maroussi, S, 76 – 84)

In jeder Hinsicht zeigte sich mir Griechenland als der wahre Mittelpunkt des Weltalls, als der ideale Treffpunkt von Mensch zu Mensch in Gegenwart Gottes…Griechenland hatte aus mir einen freien, einen ganzen Menschen gemacht. Ich war bereit, dem Drachen zu begegnen und ihn zu töten, denn in meinem Herzen hatte ich ihn schon getötet. Ich ging umher wie auf Samt, huldigte und dankte schweigend der kleinen Gruppe von Freunden, die ich in Griechenland gewonnen hatte. Ich liebe diese Menschen, alle und jeden, weil sie mir die wahren Dimensionen des Menschen enthüllt haben. Ich liebe den Boden, auf dem sie wuchsen, den Baum, dem sie entsproßten, das Licht, in welchem sie blühten, die Güte, die Redlichkeit, die Hilfsbereitschaft, die sie ausströmten. Sie brachten mich von Angesicht zu Angesicht mit mir selbst, sie reinigten mich von Hass und Eifersucht und Neid. Und nicht das Unwichtigste: sie zeigten mir durch ihr Beispiel, dass das Leben in jedem Maßstab, in jedem Klima, unter jeder Bedingung großartig gelebt werden kann. Allen, die glauben, das heutige Griechenland habe keine Bedeutung, möchte ich sagen, dass es keinen größeren Irrtum gibt. Heute wie ehedem ist Griechenland von größter Bedeutung für jeden Menschen, der sich selbst zu finden sucht, Meine Erfahrung ist nicht einzigartig, und ich möchte noch hinzufügen, dass kein Volk der Erde das, was Griechenland zu bieten hat, so dringend benötigt wie das amerikanische Volk. Griechenland ist nicht nur die Antithese Amerikas, sondern viel mehr, es ist die Erlösung von all den Übeln, die uns plagen. Wirtschaftlich mag es unbedeutend sein, aber geistig ist Griechenland noch immer die Mutter aller Völker, die Quelle der Weisheit und der Erleuchtung. Koloss, S. 198
Der stärkste Eindruck, den mir Griechenland hinterließ, ist wohl der, dass es eine Welt von menschlichem Format ist. Frankreich vermittelt ebenfalls diesen Eindruck, aber das ist etwas anderes; etwas tiefgehend anderes. Griechenland ist die Heimat der Götter; sie mögen gestorben sein, aber ihre Anwesenheit macht sich immer noch bemerkbar. Die Götter hatten menschliche Formen, wurden aus dem menschlichen Geist geschaffen. In Frankreich ist, wie überall im Abendland, dieses Band zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen gerissen. Die Skepsis und die Lähmung, die durch diese Spaltung in der Natur des Menschen entstand, erklären die unabwendbare Vernichtung unserer gegenwärtigen Kultur. Wenn die Menschen aufhören zu glauben, dass sie eines Tages Götter werden, bleiben sie für immer Würmer. Es ist viel über eine neue Lebensordnung geredet worden, die auf dem amerikanischen Kontinent entstehen soll. Man muss sich aber darüber im klaren sein, dass vorerst noch nicht einmal ein Anfang davon zu sehen ist. Die gegenwärtige Lebensweise Amerikas ist ebenso zum Untergang verdammt, wie die Europas. Kein Volk auf Erden vermag eine neue Lebensordnung zu schaffen, wenn diese nicht vom Gesichtspunkt des Universums aus entsteht. Wir haben durch bittere Irrtümer gelernt, dass alle Völker der Erde lebenswichtig miteinander verbunden sind, aber wir haben von dieser Erkenntnis keinen vernünftigen Gebrauch gemacht. Wir haben zwei Weltkriege erlebt, und wir werden zweifellos einen dritten und einen vierten, wahrscheinlich noch mehrere erleben. Es kann kann keine Hoffnung auf Frieden geben, wenn nicht die alte Ordnung vernichtet wird. Die Welt muss wieder klein werden, wie die alte griechische Welt – so klein, dass sie Jedermann umfasst. Wenn nicht alle Menschen bis zum letzten dazu gehören, wird es keine richtige menschliche Gesellschaft geben. Mein Verstand sagt mir, dass es lange dauern wird, bis dieser Zustand erreicht wird, aber mein Verstand sagt mir auch, dass nichts anderes den Menschen je zufrieden stellen kann. Solange der Mensch nicht voll und ganz Mensch geworden ist, solange er nicht lernt, sich wie ein Erdwesen zu benehmen, wird er weiterhin Götter schaffen, die ihn vernichten. (Miller, Koloss, S. 222)
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Neubearbeitung 27.1.2012, gepostet: UTC 18:55

Neubearbeitung: Vor 75 Jahren "Deutsche Revolution"



30.1.1933, 11:15 MEZ, Berlin

        „Eine tiefe Unruhe war schon lange in der Stadt, und jetzt, da Hitler Reichskanzler wurde, war sie Wochen und Monate von einer nicht endenden Bewegung erfüllt; es war, als ob die Häuser leer ständen und ihre Bewohner sich auf den Straßen einrichteten. Aufmärsche und Umzüge uniformierter Kolonnen, Massenversammlungen, rote Fahnen überfüllten die Stadt, Redner tauchten auf allen Plätzen auf, und die Straßen waren so verstopft, dass ich lange Umwege machen musste, um in meine Wohnung zu kommen. Die Umzüge hatten nichts Festliches; sie blieben Demonstrationen und gehörten zu dem beständigen Plebiszit, zu dem die Massen aufgefordert wurden. Das alles erinnerte mich an die Novembertage 1918, an die ruhelosen Umzüge und Aufmärsche, die ich in Oldenburg, Hannover und anderen Städten gesehen hatte. Auch ist zwischen beiden Ereignissen ein genauer Zusammenhang; eines ist ohne das andere nicht zu denken. Temperatur und Temperament beider Vorgänge war freilich verschieden. der düstere, feuchte November des Jahres 1918, in dem der Krieg verloren war, das Volk seine Waffen niederlegte und die Straße sich mit erschöpften, ärmlich gekleideten und unterernährten Menschen füllten, bot keine Hoffnung. damals schränkte die Not alles ein, und die Bewegung war in sich uneinig, während jetzt eine schrankenlos scheinende Zustimmung jeden Widerspruch verstummen ließ. Die Frage, wodurch so große Kräfte frei gemacht wurden, war nicht schwer zu beantworten; es war der Zusammenfluss zweier Ideologien, durch den sie ausgelöst wurden. Alles, was in deren Fronten seit langem eingebaut war, alle Mittel und Mannschaften, die an diesen Fronten bisher gebunden waren und sich bekämpften, wurden jetzt frei. Darin lag für viele, für viele Gegner auch, eine gute Verheißung, die auf inneren Frieden und gute Zeiten hindeutete. Und die Anfänge schienen dem recht zu gebe.

        Doch war in mir kein gutes Gefühl des Kommenden …“

        (Friedrich Georg Jünger, Spiegel der Jahre, 1980, S. 180)

Bevor ich mich dem historischen Tag selbst zuwende, soll das Äquinoctium 1932/33 des historischen Jahres betrachtet werden.

Doch davor sollte als mächtiger Hintergrund begriffen werden, was da von lange her auf den Wellen der Siebenjahresrhythmen, (der Solare /Septare der Königskonjunktion im Erdelement von 1802), unterwegs war.

Und es soll eingangs nicht einmal das Augenmerk auf Berlin oder sonst einen Ort auf der Nordhalbkugel gerichtet werden, sondern auf das Geschick für die ganze Nordhalbkugel:


19. Septar Königskonjunktion Erde
17.7. 1820,  UTC 8:35
gültig für 1928 – 1935


 

Das 19. Septar, in dessen Zeitraum der 30. Januar 1933 fällt, zeigt eine Seltenheit, die sich einmal in 172 Jahren am Himmel ereignet: die Konjunktion Uranus/Neptun. Und sie ist – Seltenheit der Seltenheiten - in Quadratresonanz verbunden mit der Konjunktion Pluto/Jupiter.
Diese Resonanz der fernen, langsam wandernden Planeten Pluto, Neptun und Uranus zog sich über einen Zeitraum von fünf Jahren von 1818 -1822 hin. Rhythmisch  vergrößert x 7 werden aus diesen 5 Jahren 35 "Septar-Jahre".

Sollte aber  über diesen 5 Jahren eine Fernprojektion, eine "Verheißung" oder ein  "Verhängnis" liegen, so würden,  bezogen auf die Belange der  ERDE,  aus den 5 Jahren  Verheißung oder Verhängnis 35 Jahre.  Und zwar für die Weltbereiche, die im Tierkreis als Zeichen der ERDE  erkannt sind: Stier,  Jungfrau,  Steinbock.

Und das Element ERDE, dessen soll man sich stets bewusst sein, ist nicht ein Element wie die anderen drei:

FEUER trägt gar kein Leben, LUFT trägt das Geflügelte und WASSERdie Fische. Aber alle drei Elemente können nur Leben tragen, wenn das zweite,  ERDE,  sie trägt.

 Es erheben sich nun folgende Frage:

 Was war mit der Zeit von 1914 - 1949 los, mit den fünfmal sieben Jahren der Erde. Was war der Hintergrund für das Jahr 1933 , dessen Äquinoctium = Tierkreisjahr sozusagen den Mittelgrund darstellte vor dem im Vordergrund der 30.Januar  ins Geschichtsbuch,  besser:  ins Buch der Katastrophen, Mitteleuropa von  einging.

 Die Frage steht immer: Verheißung oder Verhängnis, Zumutung oder Herausforderung?

1928 - 1935: Neptun + Uranus in Resonanz zu Pluto und Jupiter, was ist das?

Neptun Herrscher des Wasserzeichens Fische bringt immer die  „Nullpunkt-Situation“: Ende einer räumlichen Erscheinung, und  zugleich unsichtbarer Anfang - Kinderstadium - einer Zeitgestalt, eines neuen Sinns die/der ins Leben will.

Uranus, Nachbar des Neptun  im Tierkreis, und Himmelsherrscher des "Wassermann" genannten Menschengottes/-Archetyps, weist daraufhin, dass aus dem Chaos des Endes/Anfangs (= der Fische) der Umriss einer neuen Gestalt geschöpft  wird.( Symbol: Schöpfrad)
Uranus bedeutet "Aufhebung", nämlich ans Licht,  und so  „Ursprung“.

In Neptun/Fische herrscht noch die philosophische Dämmerung kindlicher Unbewusstheit, und damit ungeteilter Vollständigkeit.
Das bedeutet, nach dem anfänglichen Beieinander-sein aller Gegensätze  noch vor jeglicher Teilung, Trennung, Polarisierung  (="Fische") bringt die Aufhebung ans Licht durch Uranus/Wassermann, dass alles in seine Gegensätze auseinander tritt. Im individuellen Horoskop ist das die Lebenssituation zwischen 7 und 14 Jahren, wenn die kindliche Ganzheit eine erste Trennung erfährt, so wie am zweiten Schöpfungstag die Wasser über dem Himmel von den Wassern unter dem Himmel getrennt wurden.

 Deutung: Es wird etwas ans Licht treten in diesen 35 Jahren, das noch nie da war, das noch keiner kennt (Neptun/Fische)  als Ursprung einer völlig unvorhergesehene Idee von Aufhebung  (Uranus/Wassermann).

Frage: Verheißung oder Verhängnis?

Deutung:  Neptun/Fische lösen auf: Wege=Zwillinge, Absichten=Jungfrau, Einsichten
Wassermann/Uranus hebt auf: Stier=Reichtum, Löwe=Leben, Skorpion=Lebensformen

 Frage: Verheißung oder Verhängnis?

Deutung: Das beantwortet nicht das Horoskop, das beantwortet der Mensch.Wie bei der Ehe: Himmel oder Hölle. Die Archetypen bewegen den Engel und den Dämon im Menschen.

In der elementaren Natur bekämpfen sich die Elemente, in der seelischen Natur der Leidenschaften gehen sie Allianzen ein, in der feinen Natur des Geistes feiern sie himmlische Hochzeiten auf Erden.

Ergo, Gegenfrage: die Aufhebungen des Uranus, werden sie elementar, seelisch oder gar geistig gelebt?

Dieses im Sinn, können wir uns jetzt an die Führung machen ins Jahrsiebt der "Machtergreifung" Adolf Hitlers und der Präsidentschaft Franklin D. Roosevelts.



Die zwei nun, Neptun und Uranus stehen im Schützen. Somit zielt ihr Hinweis,  Auflösung und Ursprung, auf den Bereich, wo Schütze-Herrscher Jupiter steht. Jupiter aber steht in den Fischen, somit heißt das abermals: Chaos, Auflösung, Kindwerdung, neue Zeit, neuer Sinn, neue geahnte Erlösergestalt.

Die Deutung von Fische/ Neptun auf „Kind“ ergibt sich daraus, dass der Tierkreis, als archetypischer Maßkreis im Urzeigersinn aufsteigend mit den Fischen beginnt. In unseren ersten sieben Jahren sind wir alle "Fische". Nie ist der Mensch Gott näher.

Der im  Tierkreis mit dem Sonnenlauf rückwärts durch die Zeichen laufende rechts-drehende Rhythmus des „Sinns“ bringt die unbekannte Gestalt hervor - metaphysisch  gesprochen - den  „Geist Gottes“, der „über den Wassern schwebt“, psychologisch gesprochen aus dem  „Kollektiven Unbewussten“, den neuen Sinn, der aufsteigt - noch namenlos - wie Dunst.

Die,  von Osten gesehen, absteigende Folge der Tierkreiszeichen  in der Jahresfolge der Monate, gegen den Uhrzeiger, zeigt den materiellen Aufbau im Raum.  Bei ihr beginnt der "Anfang" mit dem Schafszeichen Widder, dem „Schafland“, dessen Symbol C.G.JUNG als „Kinderland“ deutet.

Beide Zeichen, Fische und Widder sind Kinderzeichen, beide grenzen an den Nullpunkt  im Tierkreis: das Kindmotiv. Und ihre Herrscher Neptun und Mars sind psychologisch brisant. Warum? Überlassen wir JUNG die Deutung (Psychologie und Alchemie, Ges. W. S. 79):

    Der Weg beginnt im Kinderland, das heißt in jener Zeit, wo sich das rationale Gegenwartsbewusstsein noch nicht von der historischen Seele, dem kollektiven Unbewussten, getrennt hat. Die Trennung ist zwar unvermeidlich, führt aber zu einer solchen Entfernung von jener dämmerhaften Vorzeitpsyche, dass ein Instinktverlust eintritt. Die Folge davon ist Instinktlosigkeit und damit Desorientierung in allgemein menschlichen Situationen. Die Abtrennung hat aber auch zur Folge, dass das „Kinderland“ definitiv infantil bleibt und damit zu einer ständigen Quelle kindischer Neigungen und Impulse wird. Natürlich sind diese Eindringlinge dem Bewusstsein höchst unwillkommen, und es verdrängt sie deshalb Folgerichtigerweise. Die Folgerichtigkeit der Verdrängung dient aber bloß zur Herstellung einer noch größeren Entfernung vom Ursprung und vermehrt daher die Instinktlosigkeit bis zur Seelenlosigkeit. Infolgedessen wird das Bewusstsein entweder von Kindischkeit völlig überschwemmt, oder es muss sich ständig mit zynischer Greisenhaftigkeit oder mit verbitterter Resignation fruchtlos gegen sie verteidigen. Es muss daher eingesehen werden, dass die vernünftige Einstellung des Gegenwartsbewusstseins trotz ihren unleugbaren erfolgen in vielen menschlichen Hinsichten kindisch unangepasst und darum lebenswidrig geworden ist. Das Leben ist vertrocknet und gehemmt und verlangt infolgedessen nach der Auffindung der Quelle. Die Quelle aber kann nicht aufgefunden werden, wenn sich das Bewusstsein nicht dazu bequemt, ins „Kinderland“ zurückzukehren, um dort, wie früher, die Weisungen vom Unbewussten zu empfangen. Kindisch ist nicht nur, wer zu lange Kind bleibt, sondern auch, wer sich von der Kindheit trennt und meint, dass das, was er nicht sieht, nicht mehr existiere. Wer aber ins „Kinderland“ zurückkehrt, verfällt der Angst, kindisch zu werden, weil er nicht weiß, dass alles ursprünglich Seelische ein doppeltes Gesicht hat. Das eine schaut vorwärts, das andere schaut zurück. Es ist zweideutig und darum symbolisch, wie alle lebendige Wirklichkeit.

    Im Bewusstsein stehen wir auf einem Gipfel und meinen Kindischerweise, der weite Weg nach größeren Höhen führe über den Gipfel hinaus. Das ist die chimärische Regenbogenbrücke. Um zum nächsten Gipfel zu gelangen, geht man zuvor hinunter in das Land, wo die Wege erst anfangen, sich zu scheiden.

Es ist, glaube ich, nirgendwo wie in den westlichen Zivilisationen, ein so problematischer Zustand, wenn im Zeichen Neptuns, der Archetypus des Kindes konstelliert ist, noch dazu in einem Sinne, wo vom Herrscher Jupiter, in dessen „Auftrag“ Neptun und Uranus wandern, ausdrücklich bestimmt ist: „zurück an den Anfang“, da er eben in den Fischen steht.

Wie macht es eine Industriegesellschaft, wenn die Archetypen, die " Sterne" einen Neuanfang, Kindwerdung, anzeigen und keiner weiß wie und wohin mit der kindlichen Ergriffenheit? Der Archetyp ist konstelliert heißt, er sammelt die Faszinierten. Das Massenschicksal sucht sich den Massenführer, der die Aufhebung von Reichtum, Leben und Ehe auf der Ebene der Masse, im "Geiste" der Masse, d.h. elementar durchzieht. Wer traut sich den Massenführer zu? Nur ein Wahnsinniger. Er fährt die untergehende Zeit an die Wand. Das ist der unbewußte, der nicht -individuierte der Massen - Weg, in den Untergang des alten und in den Neubeginn zu leben.

Also, Chaos der Auflösung, Fische als letztes Zeichen  und Widder - des Neubeginns. Was aber können all die kindfernen, alltagsvernünftigen Erwachsenen mit dieser Konstellation anfangen, die ihnen vom Wandel der Archetypen vorgezeichnet wird? Die Archetypen kommen immer zu ihrem Ziel. JUNG hat sie "Urstromtäler des Lebens" genannt - weil das "Wasser", Gleichnis der "Libido"=Lebensenergie,  immer dem natürlichen Gefälle folgt.



Die Konstellation des 19. Septars  in den Fischen reagiert nun,  weiteres Verhängnis und Verlockung, auf die Resonanz zwischen Schütze und Fische, die Resonanz zwischen Neptun/Uranus und Pluto/Jupiter.

 Diese Resonanz zeigt an, was aufgelöst und neu - besinnt werden soll. Pluto zeigt: es sind die (alten) Opferrituale, Ideologien, es sind die alten Fanatismen und Jupiter zeigt: es sind die alten Regisseure.

Jupiter in den Fischen führt also seinen Gehalt, seine Gäste mit sich: Uranus/Neptun . Das heißt, es ist ein durch Auflösung und Aufhebung erneuernder, weitblickender Sohn des Volkes konstelliert = angezeigt, der das noch -nicht- Versuchte (Symbol "Kind") im Reisegepäck hat.

Das Prinzip der Astrologie ist ja ein Spiegelprinzip, das da lautet: wie oben so unten.

Das Kommando des Jupiter in den Fischen, das er Neptun/Uranus über sein Zeichen Schütze gibt, heißt: „geht dahin, wo ich stehe", geht  zurück vor den Ursprung. Dieser psychische Sinn (oben) spiegelt sich in realer Situation (unten),  einer ganzen Zivilisation, deren Wege nicht mehr vorwärts weisen ...

Erster Weltkrieg, Revolution, Inflation, Wirtschaftskrise. Internationale, kollektive Ausgeburten von Gier, Neid, Eitelkeit und Blindheit von Millionen einzelner in den paradoxen Situationen wachsender gegenseitiger Abhängigkeit. Wenn der Fluss des Lebens, der psychische, wie der reale, nicht mehr vorwärts führt, weil er gestaut ist, fließen die Wasser rückwärts der Quelle zu: „Regression“,  Rückschritt zu überwundenen, primitiveren Zuständen von Seele, Welt, Konflikt und Lösung.

Zeigte die gegebene Planetenkonstellation nun an der Quelle allen Sinns und allen Lebens, in den Fischen,  Jupiter den „Sohn“, der alles versteht  und den „Wächter“ der die Kette der Generationen zu erhalten weiß: Pluto, so ist  Rettung,  neuer Anfang,  gewiss, aber nur, soweit die Einzelnen sich als Einzelne auf dem Weg ihrer Individuation, das heißt allein, und zu zweit auf den Weg zurück zur Quelle begeben.

 Aber wo das nicht geschieht, und das ist die ungeheure Mehrzahl, erscheinen konstellierte Inhalte des Unbewussten   dem Zeitgenossen, soweit er in den Konventionen der Gesellschaft lebt, ausschließlich wie an die Wand  projiziert. Er sitzt gleichsam vor dem Psycho-Projektor, den er nicht bemerkt, weil er seine eigene Angst und seine eigene Minderwertigkeit als  unbekannte Zukunft "deutet".  Er erblickt seine eigenen niedeträchtigen Impulse,  seine Gier, seine Tücke, seine Mißgunst außerhalb von sich auf dem Antlitz des  Anderen, des  Nachbarn, des Polen, des Roten, des Schwarzen ...

Wenn die Kindwerdung nicht in den Einzelnen Wurzeln des Bewusstseins treiben kann sondern im Unbewußten verbleibt, dann projiziert ihr Unbewusstes ihnen einen äußeren "Erlöser" ,der alles neu macht.   Das Unbewusste macht sich nämlich auf die Suche und findet ihn, das heißt sie  begegnen ihm,  dem "Heiland". Ob in Tibet oder Deutschland - das Unbewußte findet den Lama. Aber die Deutschen der dreißiger Jahre waren keine gelassenen Buddhisten ...

Es sind ja sind die Archetypen, Jung hat immer wieder darauf hingewiesen, in ihrer Richtung neutral, d.h. sie enthalten die Möglichkeit zum Guten, wie zum Schlimmen, zum Höchsten, wie zum Tiefsten.

Nachdem wir uns soweit auf diese  Aspekte des 19. Erdseptars eingelassen haben ist vielleicht jetzt das Verständnis vorbereitet für einen Überblick über die vollen 35 Jahre von Untergang und  Erneuerung von 1914 - 1949.


17. Septar der Königskonjunktion Erdelement

vom 17.7.1818 für 1914 – 1921
  
18. Septar der Königskonjunktion Erdelement

vom 17.7.1819 für 1921 -1928


20. Septar der Königskonjunktion im Erdelement

vom 17.7.1821 für 1935 – 1942



21. Septar der Königskonjunktion im Erdelement

vom 17.7.1822 für 1942 - 1949

Es verdient festgehalten zu werden, dass ab dem 20. Septar die Neptun/Uranus-Verbindung in den Steinbock eingetreten war, die damit ihre Richtung jetzt vom Steinbockherrscher Saturn erhielt. Das bedeutet zum einen, das „Zurück an den Anfang und Neubeginn“ bezog sich von nun an auf die übergeordneten Kollektive, also vor allem den Staat. Und als Saturn im Widder stand, lautete das Signal: „Ausbruch“ und zwar in die Räume der Nachbarn gemäß dem Standort von Mars in diesem Septar, dem Zeichen der Nachbarschaft: Zwillinge.

Im 21. Septar erscheint die Sache dann im neuen Licht, insofern als jetzt Mars sogar direkt in Resonanz – Quadrat und Opposition - beteiligt ist, zum anderen , weil Saturn, im Stier stehend, jetzt das Defensive des Stiers zu bestimmender Macht und Geltung bringt, wovon  der deutsche Sturm seit Stalingrad ein elendes Lied heulen konnte.

Gepostst 26.1.2008, redigiert und erneut gepostet als 1. Teil: 26.1.2012, UTC 23:05.













 Erstgepostet 26.1.2008, redigiert : 26.1.2012, gepostet UTC:  22:19.

Donnerstag, 26. Januar 2012

Neubearbeitung: Vor 67 Jahren: Öffnung der Todesmühle


27.1.2008
Heute Morgen beim Sonntags-Semmelnholen ging mir durch den Schädel: Auschwitz, heute also, 27. Januar, Tag des Menschenrechts auf Befreiung: Lager Auschwitz, befreit durch Offiziere und Mannschaften der "Roten Armee" im Angriffsstreifen der 1. Ukrainische Front.

   27.01.1945  KZ Auschwitz wird von Sowjets befreit

    Kurz nach Mittag am 27. Januar 1945 erreichten Einheiten der 1. Ukrainischen Front auf ihrem Vormarsch nach Westen das Gelände des Konzentrationslagers Auschwitz. Den Soldaten bot sich bei ihrer Ankunft ein Bild des Grauens. Die Leichen von etwa 650 der zuletzt umgekommenen Lagerinsassen lagen unbestattet auf dem gefrorenen Boden, 7.600 Menschen, die meisten bis zum Skelett abgemagert und dem Hungertod nahe, wurden lebend geborgen. Die Versuche der Nationalsozialisten, die Spuren ihres barbarischen Treibens zu vernichten, waren nur unzureichend durchgeführt worden. Fassungslos standen die sowjetischen Soldaten vor den Überresten der gesprengten Gaskammern, Krematorien und den langen Massengräbern, in denen nur ein Teil der Leichen der etwa drei Millionen Menschen lagen, die seit Herbst 1941 hier auf bestialische Weise umgebracht worden waren. Viele Leichen waren in den Krematorien verbrannt, ihre Asche fortgeschüttet worden. Schon im November hatte der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, die Räumung des Lagers angeordnet. Am 18. und 19. Januar waren schließlich 98.000 der letzten Häftlingen in langen Kolonnen von bis zu 2.500 Personen aus dem Lager fortgeschafft worden. Einigen von ihnen stand ein hunderte Kilometer langer Fußmarsch bevor, Tausende von ihnen wurden, beim ersten Anzeichen von Schwäche oder Erschöpfung von den sie begleitenden SS-Einheiten erschossen. Am 25. Januar wurden zum letzten Mal Juden in Auschwitz erschossen; insgesamt 350 Männer und Frauen die zu schwach für den Marsch waren. Anschließend verließen die letzten SS-Trupps das Lager, nachdem sie zuvor die fünfte und letzte Gaskammer des KZs gesprengt hatten. Zurück ließen sie über 8.000 Häftlinge, von denen über 600 noch vor der Ankunft der Sowjets zwei Tage später an Entkräftung, Kälte oder Unterernährung starben.

Ich kannte die Leichenberge von Auschwitz und Bergen -Belsen aus der Schulzeit: „Nacht und Nebel“, wir waren klassenweise in dem  französische Dokumentarfilm von Alain Resnais ...
    „Resnais Dokumentarfilm ist eines der wichtigsten filmischen Werke über die deutschen Konzentrationslager. Mit größter stilistischer Zurückhaltung und einer äußerst sensiblen deutsche Fassung durch Paul Celan wird eine Darstellung des Grauens erarbeitet, in der die zeitgenössische Wirklichkeit von Auschwitz/Birkenau mit den Dokumenten der Alliierten Wochenschau-Bilder konterkariert wird. Ein Film aus der Erinnerung des Nichtschilderbaren heraus: Er antizipiert die Unmöglichkeit, den Holocaust zu dramatisieren und desavouiert alle wohlfeilen Versuche, die Geschichte dieser Monstrosität "zu erzählen".“– Lexikon des internationalen Films

Bulldozer schoben zu Skeletten abgemagerte Menschenleiber zusammen in grausige Gruben. Bilder, die ich nirgendwo hinsortieren konne.

Und offenbar war ich irgendwie abnorm, denn keinem in der Klasse, außer mir, ist so etwas eingefallen, wie in der Jahresabschlussarbeit über die Toten zu schreiben. Ich schrieb im Fach Deutsch über das Gedicht des jüdisch/deutschen Dichters

Paul Celan,

    Todesfuge.

    Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
    wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
    wir trinken und trinken
    wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
    Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
    der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
    er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne und er pfeift seine Rüden herbei
    er pfeift seine Juden hervor lässt schaufeln ein Grab in der Erde
    er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

    Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
    wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
    wir trinken und trinken
    Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
    der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar   Margarete   
    Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt  man nicht eng

    Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr anderen singet und spielt
    er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
    stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf

    Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
    wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
    wir trinken und trinken
    ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
    dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen

    Er ruft spielt süsser den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
    er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
    dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

    Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
    wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
    wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
    der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
    er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
    ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
    er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
    er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland

    dein goldenes Haar Margarete
    dein aschenes Haar Sulamith

Über die toten Juden und - wenn ich mich zu den Toten wende – euch, tote Juden -  wie auch euch hoffnungslos Eingeschlossene bei Minsk, Kiew oder Stalingrad und anderswo - war doch unser Leben gewölbt. Manchmal Mal habe ich mir gedacht, wovon sie wohl geträumt haben mochten, in der Stille längerer Gefechtspausen, unter sommerlichem Himmel auf dem Rücken liegend mit dem Blick hoch zu den wandernden Wolken : Von einem Spaziergang mit der Liebsten , einer Wanderung in den Bergen im Frieden, gemeinsamem Einschlafen ohne Angst, Arm in Arm, und immer war mir klar: das ist das Wichtige im Leben.

Die Sterndeuterei, die vor einem viertel Jahrhundert zu mir kam, ist, das bilde ich mir ein, ja nicht nur für uns Lebende interessant sondern auch - wieder zu den Toten gesprochen - für Euch, und, ich bin mir sicher, es ist ein großer Schritt für Euch, wenn wir sie lernen, etwa ein Schritt wie damals, als wir Lesen, Schreiben, Rechnen lernten – neue Sprachen, neues Licht, neue Fragen neue Antworten.

Ihr, auch wenn wir nicht an Euch denken, seid die Nahen, wer denn sonst?

Jedenfalls – Euch, dort wo Ihr jetzt seid, interessiert es, so fühle ich, genauso wie mich, ob wir Leben und Symbol zusammenbringen, zu den ewigen Gegensatzpaaren.

                                                                        Symbol

                                                                      ________

                                                                          Leben

oder Licht und Dunkelheit, oder Tag und Nacht, oder männlich und Weiblich zwischen                                
                                                     Unbewußt ------------ Bewußt

Warum, warum ahne ich die Nähe der Toten so? Aus innerlich rieselnder Theologie, aus Gottesgemurmel in der Seele? Die sagt, dass der Geist, nach dessen Taktstock Bild und Schleim zu Muskeln und Knochen, Adern und Sehnen, Zellen, Säften und Strömen kurz zum Menschenkind von Selbst zusammenwachsen, jener Geist der nanofein auf Posten zu sein und  alles zu wissen scheint - diesem Geist sollte nichts eingefallen sein zu Tod und Jenseits der denkenden Sterblichen? Menschentod - ein Unfall Gottes?

Ich jedenfalls wünsche mir, auch im Tod denjenigen Toten nahe zu sein, denen ich schon im Leben nahe war, zum Beispiel "meinem" Physiker und "meinem"Psychologen, und unzeitgemäß wie das "mundane Tagebuch" ist, mag es Einsame kommender Zeiten dem dann gestorbenen mundanomaniac nahebringen ...

Die Todesmühle Auschwitz war ein Kind der vierziger Jahre, gezeugt von den Zauberern der Dreißiger.

Zurück also zum magischen 30. Januar, 12 Jahre früher. An diesem Tag gab es:

„Die Machtergreifung des Führers“, ein Gesamtkunstwerk. Dazu passend in den folgenden Jahren die Kulte der Aufmärsche, der Symphonieorchester und Wagneropern.

Will sagen, es war ein bleiches deutsches Grüblerkunstwerk, komponiert in Salons der Weimarer Republik, gekocht auf den Straßen, schwerindustriell gesponsert, während des kairos des Jahre 1932 – 1933, sichtbar im Äquinoctium 1932/33, …


20.3.1932, UTC 20:58
Nordhalbkugel

Es war  einmal ein Äquinoctium, das sah zwei Machtergreifungen und zwei Männer  in diesem Jahr die alles neu machten…

Der eine im Herbst, der andere im Winter.

Der Letzere war ein Künstler, der nicht in Wort oder Bild, sondern, widderrot, in Blut und Fleisch arbeiteten wollte, ein Künstler vielleicht von der Art, wie er seinem Volk nur einmal in Tausend Jahren zugemutet wird. Das jedenfalls hatte er erkannt. Und es war dieses das Jahr, das seine Stunde sah…

… aber es sah auch die Stunde des "anderen Mannes" eines echten Sehenden, eines Menschen - Adlers - der seinem großen Land und nicht nur diesem, sondern dem ganzen Planeten ... im richtigen Moment, geschenkt worden war, der in diesem Äquinoctium die Tür öffnen durfte zur neuen, zur Menschen- Zeit in den frühen Stunden des Wassermannzeitalters ...

In keiner anderen astrologisch feststellbaren Schicht steht überhaupt das "Wassermannzeitalter" so konkret in der Tür, oder stehen wir so konkret in seinem Eingangsflur, wie bei den Äquinoctien zu Frühlinganfang bei 0° Widder.

Es ist ja gerade die (gedachte) Verlängerung der Achse Erde - Sonne über die Sonne hinaus in den Weltraum, die jedes Jahr am Äquinoctium als ein kleines Stück weiter gewandert erscheint in ihrer langsamen Rückwärtsbewegung durch den Kreis der Sternbilder: Platonisches Jahr von 25.850 Jahren.

Die Hausnummern in der neuen Frühlings-Wassermanns- Himmelszeit haben jetzt die orangenen Ziffern... nach den grünen im Fische-Zeitalter.

Den Künstler aus Braunau haben wir ja vorgestellt, gestern, heute nun den Staats- und Vogelmenschen aus New York:


 30.1.1882  20:45 LMT New York
 Franklin Delano Roosevelt


   
Zum Äquinoctium vom 20.3.1932 nur soviel : der Merkur/Uranus Rausch steht im Widder, und rührt sich dort wo Mars steht - und - hat Quadratresonanz zum Pluto im Krebs. Tradition in der Mundanastrologie ist es, im Krebs „das Volk“ zu erblicken. Pluto, bildmächtiger Herr des Skorpions und damit der Opferung von Gegenwart zugunsten der Ahnen und der Ungeborenen  bringt alsozum Rausch des Uranus die Bindung an die alten Bilder des Volkes. Das langandauernde Quadrat von Uranus und Pluto, das  schon seit Frühling 1931  die Massen inspiriert, wird  es noch bis zum Jahr 1935/36 tun, wo die Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes durch die Wehrmacht unter Bruch der internationalen Verträge eine Volksfeststimmung auf den Straßen auslöste. Die alten Bilder des Volkes, von denen die Deutschen ergriffen wurden, waren die des deutschen Mittelalters und in einer noch tieferen Schicht - Jung hat das 1936 dargestellt - war es die vergessene Gestalt des alten gemanischen Sturm- und Wandergottes Wotan, die schließlich in die ungeheuren Wanderzüge des zweiten Weltkrieges führte.

Die alten Bilder des amerikanischen Volkes dagegen sind andere, sind auch Bilder von Wandernden, aber hier der Einwanderer, Pioniere und Erschließer. Das gleiche Äquinoctium, 1932/33, zeigte so die Pluto-Opfer-Leitbild -Ladung nach Art des Krebs, "strictly local", daher in zwei völlig gegensätzlichen Erscheinungen.

Die "andere Machtergreifung" ist die der Vision von Franklin D. Roosevelt. Er versprach am 2. Juli 1932, dem Tag seiner Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten, einen "new deal for the American people", ein Begriff, der sich danach zur Bezeichnung der von ihm durchgeführten Reformen durchsetzte. Den Preis für die Vielzahl von staatlich finanzierten Projekten für die Wohlfahrt der amerikanischen Bürger, unter Beibehaltung des Kapitalismus, mußten indirekt die Besitzenden zahlen. New Deal war  letztendlich eine teilweise Umschichtung des nationalen Vermögens ... daher auf Dauer, trotz großer, auch moralischer, oder besser, ethischer Erfolge, zum Scheitern verurteilt...

Roosevelt war im Krieg sofort ein großzügiger Freund Englands und mit seinem Premier Churchill zusammen Sammler der neuen Völkergemeinschft unter dem Namen "Vereinte Nationen" .

    Wiki: In der Atlantik-Charta, welche die Gründungsurkunde der Vereinten Nationen vorwegnahm, einigte er sich mit Churchill auf die Grundsätze einer Nachkriegsordnung. Sie sollte auf den „Vier Freiheiten“ begründet sein. Diese hatte er bereits in einer Rede vom 6. Januar 1941 skizziert: „Von der Zukunft, die wir zu einer Zukunft der Sicherheit machen wollen, erhoffen wir eine Welt, die sich auf vier entscheidende Freiheiten der Menschheit gründet.
    Die erste Freiheit ist die Freiheit der Rede und der Meinungsäußerung – überall in der Welt.
    Die zweite Freiheit ist die Freiheit eines jeden, Gott auf seine Weise zu dienen – überall in der Welt.
    Die dritte Freiheit ist Freiheit von Not. Das bedeutet, gesehen vom Gesichtspunkt der Welt, wirtschaftliche Verständigung, die für jede Nation ein gesundes, friedliches Leben gewährleistet überall in der Welt.
    Die vierte Freiheit ist Freiheit von Furcht. Das bedeutet, gesehen vom Gesichtspunkt der Welt, weltweite Abrüstung, so gründlich und so weitgehend, dass kein Volk mehr in der Lage sein wird, irgendeinen Nachbarn mit Waffengewalt anzugreifen – überall in der Welt.
    Das ist keine Vision eines fernen tausendjährigen Reiches. Es ist eine feste Grundlage für eine Welt, die schon in unserer Zeit und für unsere Generation verwirklicht werden kann. Diese Welt steht in tiefstem Gegensatz zu der sogenannten 'Neuen Ordnung' der Tyrannei, welche die Diktatoren im Krachen der Bomben zu errichten suchen.“


 Äquinoctium , 20.3.1932, 19:58 UTC, Washington



Die Wahl Roosevelts erfolgte Anfang November

1932. Von da an bis zu seinem Tod 1945 führte er als großer Humanist die amerikanische Nation. An der Seite Englands führte er sie im Krieg gegen die deutsche Raserei und er leitete die Völker der Welt in Fortführung der Ideen seines Vorgängers Woodrow Wilson 1942 und 1945 in die friedliche Arena der Vereinten Nationen. Zur Wahl Anfang November, herrschte Steinbock über seinen Monatsabschnitt, Saturn Anfang Wassermann im sechsten Haus der Vorsorge.

 Äquinoctium 20.3.1932, 19:58 UTC, Berlin

Als am dreißigsten Januar, fast drei Monate später in Berlin die Uhren stehen blieben, war es die Zeit des Schützen - des im - Ziel-angekommen-Seins, und oben spiegelte Jungfrau die Zeit. Ihr Merkur spielte zusammen mit Uranus im selben sechsten Haus deutsch-verrückt , wo in Amerika der väterliche Archetyp das Steuer ergriffen hatte. Auch zeigte sich im oberen Spiegel der USA nicht mit Jungfrau der Archetyp des Sprechenden, wie in Berlin, sondern der gütige Archetyp der Fische, mit Neptun: Kindwerdung und Erneuerung des Lebens, Mond an Ort und Stelle, im ersten Haus. Und in der aufsteigenden Bewegung erfüllt sich ab diesem Fische - Abschnitt das Land mit dem Türen - Öffnen des Mars und dem beherztem "solaren" Zupacken einer vom Frühling geweckten Gesellschaft.

Gepostet 27.1.2012, UTC 16:54


Gespeichert: UTC 0:3

Montag, 23. Januar 2012

Neptun im Aufstand

23. - 30. 1. 2012
unter dem Nördlichen Tierkreis
und unter den Nördlichen Königskonjunktionen
der vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser
aus den Jahren 1603, 1802, 1980 und 1305
( Anklicken vergrößert)










gewidmet den liebevollen Schwestern
unter dem Mond




Himmlische Wasserstände über der Murnauer Boje


Saturn
und Jupiter im Wechselgesang der Opposition
Vatergott  und Sohngott
 zweistimmig noch bis in den Februar hinein

Der Mythos belehrt uns, dass der Sohn - Archetypus oder Gott als Sohn - die Neigung hat, sich in Zwei aufzuspalten: Kain und Abel, Jakob und Esau … auch, wenn wir sagen: „das ist nur eine Weise des Erzählens“, so ist es eben doch diese Variante, die im Mythos immer wiederkehrt… die mislungene  Trennung der Mischung des Guten vom Bösen

Im Märchen sind es typischerweise Drei Söhne in deren Charakter die Spaltung greifbar wird …

Der babylonisch/griechische Mythos aber kennt die Zwillinge als Bruderpaar, das einander - anders als die Brüder im jüdischen Mythos des Moses - lieb hat, von dem der eine sterblich und der andere unsterblich ist. Diese Zwillinge, Götter der Bruderliebe, Castor und Pollux,  teilen im Mythos wie in uns ihr Los durch Zwei
und
jeder reicht dem anderen eine Hälfte von seinem Los herüber
Zwillinge ist ein Luftzeichen daher Geistzeichen
es zeigt den göttlichen Erdgeist, vor dem noch Goethe im Faust so erschrocken war:

"schröckliches Gesicht "
[...]
"Weh ich ertrag dich nicht"

dabei ist es keinesfalls der Erdgeist sondern seine eigene Projektion
vor der er sich Goethe entsetzt abwendet
stellvertretend für seine ganze Nation


Geist- Projektion
(JUNG: Projektionen sind immer unbewusst)
setzt sich immer
 vor den wahren Erdgeist
wie ihn der Mythos überliefert


Zwillinge
Luft
Geist
Bruderliebe

Von den Dreien
Geist als Element
Geist als Inhalt
Geist als Sinn

zeigt LUFT Zeichen Zwillinge
das Erste
erst danach macht
zwischen Zwillinge und Krebs
die Wand
aus dem Fluß
 lung
einen Schoß
Krebs
Durchflossenes Tor zum Gemachten
Empfängnis vor dem
Erschaffen
Krebs
noch Element
zugleich schon Inhalt
WASSER

LUFT = Zwei
Zwei Brüder
Zwei Schalen
Zwei Pole


oder
Zwillinge
Waage
Wassermann


von Zwei zu Drei
von Fluß zu Schoß
durch dessen Gefälle
 TAO
allerweckend fließt
durch Zeiten
und Welten

Mundanomaniac versteht diesen Montag:

Saturn in der Waage
Bilanz und Urteil
in Resonanz von  
Waage und Stier
Jupiter im Stier
in den vielbeinigen Herden der Lügner
der verlorene Sohn
und der Vater
im inneren Fest der Heimkehr
Diese Opposition schaut uns bis in den Februar an ... wohl denen, die diesem Zwiegespräch beiwohnen und wohl denen die Väterliches in sich finden und innere Demut über den Parteien.

Saturn und Jupiter
von Waage zu Stier
die Resonanzbrücke über dem Abgrund
von Sinn und Sein
darüber
Merkur
Schreiber der Urteile
über und unter der Brücke
zwischen
Außenwelt und Innenwelt
oder Zwillinge und Jungfrau

Während der Protokolle  dieser Woche über und unter der Brücke
reist Merkur der Schreiber der Urteile
aus den Revieren der strengen Notwendigkeit der  Steinbocke ein
in die Vogelfreiheit des  Wassermanns 
aus  der Zone der Urteile
in die Zone der Ideen
der schöpferischen
geflügelten Einfälle

 weiter wandern in die Woche hinein ...

Venus
Sammlerin und
Herrin der vielbeinigen Herden und Bilder
Göttin von Wurzel und Waage
 in den Tiefen des auf den Wassern der Welt
sich spiegelnden himmlischen Hintersinns
in Fische
in den philosophischem Tiefen
im Herzen
Gottes
welche sich spiegeln in

in den glimmenden Funken des Widders
des  im Dunkel der Erde
zurückgelassenen Gottessohns in uns allen

Mars in der Jungfrau
 Strom im Stau der Scheiße
im Gedärm des Lebens

in seinem Rucksack Uranus
die aufsteigende Idee
 des zurückgelassenen Menschensohns
die dem Mars tragen hilft
beim Rückzug in die Reflektion
die seiner Natur so fremd ist
wie der  Rückzug der Geburt


Vielleicht erholen sich die Ahnen mal jetzt vom herbst-winterlichen Vorbeimarsch sehender Götter und geblendeter Menschen
Pluto
 nicht angefunkt
 ungemischt
unterwegs
 väterlicher Richter
der Paare

und nun

Sonne im Wassermann
alles unter den Völkern ändert sich
wenn die Urteile des Herzens aufgehoben werden
zugunsten einer neuen unverbrauchten Idee
vom Menschen








bevor sie zum Schluß kommen, die
 
Transite auf die
Königskonjunktionen der Elemente


soll noch das Lied der Schnecke Mondin

 kurz belauscht werden:

mit silberner Schleimspur  kriecht Mondin
die Fühlende
 durch den klaren Himmel des Winters,
durch Ideen und rührende Philosophien
um zum Wochenende im Widder einen neuen Monat zu beginnen
in der wilden Freiheit
von  Jägern und Nomaden


und nun die Eintragungen in die Äonen-Bücher der Elemente






Jupiters
Besuch beim grünen Mond
Mittwoch
lebendiger Gott auf der Spielwiese alter Sehnsucht knüpft den Kreis

Merkurs Besuch beim blauen Mars
Freitag
 Bericht vom pubertierenden Frühling im Geist

und mindestens ab dieser Woche permanent bis ...

Neptun Herr der Erschütterungen
wieder unter 1° Abstand
zum alten grünen Mars
des WASSER
dem Zorn der verdrängten wilden
Freiheit der Fühlenden
des Elements WASSER
verdrängt unter den Schiffsherren der
Rendite
Zorn
wie im Umkreis von Sendai vor einem Jahr im März

Achtung für Wochen
Neptun
Anfang und Ende
im
Aufstand des Vierten  Elements


Gespeichert 23.1.2012, UTC 15:18, gepostet: 16:14.











Gespeichert 16.1.2012  UTC 14:21, gepostet: UTC 15:39

Samstag, 21. Januar 2012

Quatsch

Achtung,  Mundanomaniac steht derzeit unter Zwang ... unter Lösch-Zwang.

Nun hat er w i e d e r  zwei Kommentare, die ihm  ä u ß e r  s t ( aber Quatsch, ihm sind alle Kommentare wichtig) wichtig sind, gelöscht, wo er "veröffentlichen" drücken wollte, um sie selber in Ruhe lesen zukönnen .

Das ist eine richtige Fehler-machen, Sünder -bleiben-Nummer .

Ja , bitte.


21.2.2012, UTC: 0:12, gepostet 0:14

Freitag, 20. Januar 2012

Wie schön, eine Nacktschnecke



Und wieder eine kleine Meldung, die Mundanomaniac auch persönlich (oder?) betrifft, aber allgemeine Bedeutung hat.

Freunde der Mundanastrologie wissen, dass seit 2003  ein Eckstein der mundanstrologischen Anschauungen, die  Wolfgang Döbereiner seit den siebziger Jahren lehrt, gefallen ist. Das geschah, als am 4. Okt. 2003 der Schweizer Astrologe und Mathematiker Rüdiger Plantiko einen Vortrag hielt .Titel:

Die letzten 1200 Jahre im Lichte der Grossen Konjunktionen

Der „Eckstein“, den Plantiko umstürzte, war die Meinung   Döbereiners, dass die letzte, "unsere", Königskonjunktion im Erdelement, folgend der vorangehenden vom 7.11.1007  die  vom 26.1.1842 gewesen sei.
 In seinem Vortrag weist Plantiko nach, dass die"Mutationskonjunktion" (wie er sie nennt)  im Erdelement,  sich schon vierzig Jahre früher, nämlich am 17.7.1802 ereignet hatte.
Soweit, so gut, abgesehen davon, dass Döbereiner es meines Wissens bis heute nicht über sich gebracht hat, seinen Irrtum, also seine Menschlichkeit, einzugestehen,  er sich statt dessen genötigt sah, eine neue Theorie zu erfinden, nach der die 1842ger weiterhin gültig sei, weil diese KK sich im Steinbock ereignet habe und sie damit „bestimmend“ sei.

Die gegensätzlichen Auffassungen bestehen nun also. Solange jeder sich jeder selbst ein Urteil bildet kein Problem:  Jedem heutigen wie  kommenden Mundanastrologen ist aufgegeben, allen Vorgaben mit Mißtrauen zu begegnen, Astrologen bleiben  Menschen
und m ü s s e n  sich irren. Daher das Gebet des Astrologen:  Möge die Zahl und Summe meiner Irrtümer endlich sein.

Als ich im Februar 2006 Plantikos Beitrag las, angelockt von Abu Ma'shar, dem Meister aus Bagdad,  hat mir der Pluto von 1802 ein großes „Aha“ beschert.
Seit ich mit 39 Jahren,  gottergriffen aber ohne Weg,   durch Lektüre von Döbereiner der Astrologie verfallen war, habe ich mich manchmal gefragt, wieso gerade dieser?

Es ist  als Mann ja wirklich nicht leicht, auf eine ausgefallenere Berufung  zu kommen.

Im Speziellen meiner eignen Gedanken war mir 2006 schon lange gewiss, dass die Astrologie in ihrer geistigen Eigenart von bildhaftem Strukturzwang nirgendwo anders „daheim“ sein konnte, als im Skorpion und dass folglich Pluto ihr „Gott“ sei.

 Und da kam es:  Pluto ERDE am 17.7.1802 auf 6,8° Fische daneben meine Sonne bei 7,2° Fische , da kam dann eben dieses wirklich große „Ahh ...aaa“.


Nun die Tatsache:

Venus, die Vielbeinige und bilderreiche  ist gestern über 6,8° Fische, mithin über den Erdpluto gewandert in nächster Resonanz zu meiner Sonne. Und was passiert?

Die pageloads des  Mundanen Tagebuchs, die bisher am 16. August 2011 ihren Rekord mit 381 Aufrufen hatten, schnellten gestern zum Übergang von Venus über Erdpluto/Sonne-Mundanomanic auf 755 hoch. Wie das genau zugegangen ist entzieht sich allerdings meiner Einsicht. Der Anstieg von Besuchen (blau) und Wiederholten Besuchen (orange) hielt sich nämlich, wie erkennbar, in Grenzen.






         mundanes tagebuch            Today⇓  Yesterday⇓  This Month⇓  Total⇓
                                    
                                                              159             755             3,583            83,697 


                       
                       

(Anklicken vergrößert)

                    

In meiner Art, die Konstellationen der jeweils folgenden Woche darzustellen, zeige ich  in den Farben der vier Elemente gesprenkelten Balkenkreuze durchs Zentrum der Zeichnung.  Folgt man ihnen ausgehend vom Zentrum so landet man an einem der vier Balkenenden bei einem Transit über ein Königslicht oder einen Königsplaneten.  Dann rede ich von „Einträgen“ in die Äonen-Bücher  der Elemente, die an  Tagen, wie diesem von Gott eingeplant sind.
Für solch einen  Eintrag ins Äonen-Buch des Erdelements wollte ich  obiges Ereignis melden.

Soweit die Quantität.
Und die Qualität?
Darüber gestern direkt

Gespeichert 20.1.2012, UTC 16:13, (ASC 4° Löwe, = Mundanomaniacs Pluto!)
gepostet: UTC 16:33